Du sitzt morgens mit deinem Kaffee auf dem Sofa, deine Katze springt schnurrend auf deinen Schoß – und plötzlich kommt dir der Gedanke: Wann hab ich sie eigentlich das letzte Mal entwurmt? Keine Panik – du bist mit dieser Frage nicht allein. Viele Katzenhalter:innen sind unsicher, wie oft eine Entwurmung nötig ist, woran man einen Wurmbefall erkennt und was wirklich sinnvoll ist – vor allem, wenn die Katze fit wirkt.
Warum ist Entwurmung bei Katzen überhaupt wichtig?
Würmer sind nicht nur eklig, sondern können bei Katzen ernsthafte Probleme verursachen – und das oft, ohne dass du es sofort bemerkst. Spulwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer: Sie alle nisten sich gerne im Darm deiner Katze ein und leben dort auf ihre Kosten. Das kann zu Gewichtsverlust, stumpfem Fell, Durchfall oder Appetitlosigkeit führen. Bei Jungtieren sogar lebensgefährlich werden.
Vor allem Freigänger nehmen beim Mäusefang oder Schnuppern an Kot infizierter Tiere ganz leicht Wurmeier auf. Aber auch Wohnungskatzen sind nicht automatisch geschützt – wir Menschen schleppen über Schuhe oder Hände ebenfalls Wurmeier ins Haus.
Wann solltest du deine Katze entwurmen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten – denn die Antwort hängt stark vom Lebensstil deiner Katze ab. Es gibt keine Einheitslösung. Stattdessen hilft dir ein genauer Blick auf den Alltag deiner Samtpfote:
- Streift sie draußen herum und fängt Mäuse?
- Ist sie eine reine Wohnungskatze?
- Leben kleine Kinder oder immungeschwächte Personen mit euch im Haushalt?
- War sie in letzter Zeit auf Reisen, in der Pension oder beim Tierarzt?
Je nachdem, was davon zutrifft, ändert sich auch die Empfehlung. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf typische Lebenssituationen.
Freigänger-Katzen: Regelmäßige Entwurmung ist Pflicht
Wenn deine Katze draußen unterwegs ist, solltest du sie alle 3 Monate entwurmen. Vor allem Mäusejäger infizieren sich sehr schnell wieder – manchmal sogar schon am nächsten Tag nach der letzten Behandlung.
Ich weiß, das klingt viel. Aber Studien zeigen: Bis zu 40 % aller Freigänger haben regelmäßig Wurmbefall – auch wenn sie kerngesund wirken. Die Symptome zeigen sich oft erst spät oder gar nicht. Deshalb geht es hier weniger um Reaktion als um Vorsorge.
Wohnungskatzen: Weniger Risiko, aber nicht sorgenfrei
Bei reinen Wohnungskatzen reicht es in vielen Fällen, 1- bis 2-mal pro Jahr zu entwurmen, wenn keine Symptome auftreten und keine Kinder im Haushalt leben.
Trotzdem solltest du wachsam bleiben: Auch Wohnungskatzen können sich infizieren – etwa durch rohe Fleischreste, verseuchte Topfpflanzen oder über den Menschen. Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du alle 6 Monate eine Kotprobe untersuchen lassen. Das ist oft sinnvoller, als „blind“ zu entwurmen.
Kitten und junge Katzen: Besondere Vorsicht gefragt
Junge Katzen sind besonders anfällig. Sie können sich bereits über die Muttermilch oder im Mutterleib infizieren. Darum startet man hier mit einem festen Entwurmungsplan:
- Ab der 3. Lebenswoche wird alle zwei Wochen entwurmt, bis 3 Monate vorbei sind.
- Danach geht man in einen monatlichen Rhythmus über, bis zum 6. Monat.
Wenn du Kitten bei dir aufnimmst, frag am besten beim Tierarzt nach dem bisherigen Entwurmungsplan – und mach ab dann einen eigenen Plan, der zur Umgebung und Ernährung passt.
Wurmkur oder Kotprobe – was ist sinnvoller?
Immer wieder kommt die Frage auf: Muss ich meine Katze regelmäßig „auf Verdacht“ entwurmen – oder reicht eine Kotuntersuchung?
Beides hat Vor- und Nachteile:
- Eine Wurmkur wirkt schnell, ist aber auch eine Belastung für den Organismus. Nicht jede Katze verträgt sie gut – besonders bei häufiger Anwendung.
- Eine Kotuntersuchung ist schonender, aber nicht zu 100 % zuverlässig. Nicht jeder Wurm scheidet ständig Eier aus – eine einzelne Probe kann unauffällig sein, obwohl ein Befall vorliegt.
Am besten: Drei Tage hintereinander Kot sammeln und untersuchen lassen – das erhöht die Trefferquote deutlich. Viele Labore bieten dafür spezielle „Sammelsets“ an.
Wenn du dir nicht sicher bist, was besser passt: Sprich mit deinem Tierarzt. Ich habe für meine Wohnungskatzen auf Kotuntersuchung umgestellt – für die Freigänger bleibe ich bei der regelmäßigen Entwurmung.
Welche Wurmarten kommen bei Katzen häufig vor?
Bevor du wahllos zur nächsten Wurmkur greifst, solltest du wissen, welche Wurmarten typisch sind – denn nicht jedes Präparat wirkt gegen alle.
Die häufigsten Wurmarten bei Katzen:
| Wurmart | Übertragungsweg | Symptome |
|---|---|---|
| Spulwürmer | über Mäuse, Kot, Muttermilch | Erbrechen, Durchfall, aufgetriebener Bauch |
| Bandwürmer | über Flöhe oder Mäuse | Juckreiz am After, weiße Segmente im Kot |
| Hakenwürmer | über Hautkontakt oder orale Aufnahme | Blutarmut, Gewichtsverlust |
| Lungenwürmer | über Schnecken oder Frösche | Husten, Atemprobleme |
Vor allem Bandwürmer werden oft über Flöhe eingeschleppt. Deshalb: Wenn du Flöhe behandelst, immer auch entwurmen! Die beiden gehören leider oft zusammen.
Tipps zur Verabreichung von Wurmkuren
Wenn du schon mal versucht hast, deiner Katze eine Tablette zu geben, weißt du: Das ist nicht immer spaßig. Die gute Nachricht ist, dass es mittlerweile viele Varianten gibt:
- Tabletten, die ins Futter gemischt werden können
- Pasten, die mit der Spritze ins Maul gegeben werden
- Spot-on-Präparate, die du einfach in den Nacken gibst
Ich nutze bei meinen Freigängern ein Spot-on-Mittel, weil es schnell geht und sie es besser vertragen. Wichtig ist, dass du das Gewicht deiner Katze kennst, damit du die richtige Dosierung gibst.
Und bitte: Niemals Hundemedikamente verwenden. Die Dosierung ist anders, und manche Wirkstoffe sind für Katzen sogar giftig.
Wie erkennst du Wurmbefall bei deiner Katze?
Viele Wurminfektionen bleiben lange unentdeckt, aber es gibt typische Anzeichen, bei denen du aufmerksam werden solltest:
- Plötzlicher Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
- Häufiges Erbrechen oder Durchfall
- Wurmteile im Kot oder am After sichtbar
- Stumpfes, struppiges Fell
- Juckreiz und „Schlittenfahren“ mit dem Po
Wenn du eines dieser Symptome bemerkst, solltest du nicht zögern – und entweder direkt entwurmen oder eine Kotprobe untersuchen lassen.
Darf man Katzen auch „vorbeugend“ entwurmen?
Der Begriff „vorbeugend entwurmen“ ist eigentlich ein Missverständnis. Eine Wurmkur tötet nur vorhandene Würmer ab – sie schützt nicht vor neuer Infektion. Das heißt: Eine regelmäßige Entwurmung ist eher eine wiederholte Behandlung, keine Impfung oder Prophylaxe.
Darum ist es sinnvoll, die Entwurmung an den Lebensstil deiner Katze anzupassen. Je höher das Risiko, desto häufiger sollte entwurmt werden.
Was du sonst noch beachten solltest
Ein paar wichtige Punkte, die ich dir aus Erfahrung mitgeben möchte:
- Kombiniere Floh- und Wurmbehandlung, besonders bei Freigängern.
- Markiere dir Termine im Kalender, damit du nichts vergisst.
- Sprich mit deinem Tierarzt, wenn du dir unsicher bist oder deine Katze gesundheitliche Probleme hat.
- Halte Hygieneregeln ein, besonders bei Katzenklos und Futterschalen – das senkt das Risiko für dich und dein Tier.
FAQ: Häufige Fragen zur Entwurmung bei Katzen
Wie oft muss ich meine Katze entwurmen?
Das hängt vom Lebensstil ab. Freigänger alle 3 Monate, Wohnungskatzen etwa 1–2 Mal im Jahr – oder nach Kotuntersuchung.
Was kostet eine Wurmkur beim Tierarzt?
Je nach Präparat und Gewicht deiner Katze etwa 5 bis 15 Euro. Kotuntersuchungen kosten meist zwischen 20 und 40 Euro.
Kann ich Wurmkuren einfach online kaufen?
Ja, aber bitte nur geprüfte Präparate und am besten nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Falsch dosierte Mittel können gefährlich sein.
Checkliste: So gehst du bei der Entwurmung deiner Katze richtig vor
- Beobachte deine Katze genau: Hat sie Zugang nach draußen? Frisst sie Mäuse? Gibt es Symptome?
- Wähle die passende Methode: Kotuntersuchung oder regelmäßige Entwurmung?
- Nutze passende Präparate: Je nach Wurmtyp, Lebensstil und Verträglichkeit.
- Dosiere nach Gewicht: Nie „über den Daumen“, immer exakt wie auf der Packung angegeben.
- Trage dir die Termine ein: Besonders bei Freigängern ist Regelmäßigkeit wichtig.
- Halte Rücksprache mit dem Tierarzt: Gerade bei Kitten, Senioren oder kranken Katzen.
- Achte auf Hygiene: Reinige regelmäßig Katzenklo, Schlafplätze und Futterschalen.
Wenn du diese Punkte im Blick hast, sorgst du nicht nur für die Gesundheit deiner Katze, sondern auch für deine eigene Sicherheit – denn manche Wurmarten sind auch für Menschen übertragbar. Entwurmung ist kein notwendiges Übel, sondern aktiver Gesundheitsschutz – mit ein bisschen Routine ganz leicht umsetzbar.